Saint-Denis im Norden, Saint-Paul im Westen und Saint-Pierre/Saint-Louis im Süden: auf La Réunion erhielten nicht weniger als vier Gemeinden (von insgesamt 24) das prestigeträchtige Gütesiegel, das vom Kultur- und Kommunikationsministerium für Aktionen der Erhaltung und Aufwertung des kulturellen Erbes verliehen wird.

 
Das Label "Villes et Pays d'Art et d'Histoire", auf Beschluss des Ministeriums für Kultur und Kommunikation für zehn Jahre verliehen und auch erneuerbar, belohnt von Gemeinden oder Gemeindeverbänden initiierte Aktionen zur Aufwertung ihres baulichen, natürlichen, industriellen oder architektonischen Erbes. Auf La Réunion wurden vier Gemeinden damit ausgezeichnet.

 

Saint-Pierre und Saint-Louis, die sich zum "Pays des Portes du Sud" zusammengeschlossen haben,  sind die ersten Gemeinden der Insel (und des gesamten französischen Überseegebiets), denen das Label zugesprochen wurde - am 9. September 2000. Es ist eine verdiente Auszeichnung für die beiden Städte, die eine wichtige Komponente zum Verständnis der Vergangenheit der Insel sowie ihrer industriellen Zukunft - der Zuckerrohrproduktion - darstellen.

Was gibt es in Saint-Pierre zu sehen?

Das Rathaus, ein ehemaliges Gebäude der Französischen Ostindienkompanie, letztes Beispiel eines Kolonialgebäudes aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das aber leider nach dem zweiten Weltkrieg einigen unglücklichen Renovierungsversuchen unterzogen wurde. - Die Villa Motais de Narbonne, die heutige Sous-Präfektur, ein Bürgerhaus, wie es für den  neuklassizistischen Stil, der Mitte des 19. Jahrhunderts auf La Réunion en vogue war,  typisch ist. - Die Markthalle, die um 1860 herum gebaut wurde. - La Saga du Rhum. Die Institution, mit dem Label Qualité Tourisme Réunion, Tourisme & Handicap, ausgezeichnet, erzählt die Geschichte der Zuckerrohr- und Rum-Industrie auf La Réunion in der ältesten Destillerie der Insel, der der Familie Isautier, noch heute in Betrieb.

Was gibt es in Saint-Louis zu sehen?

Den Standort der ehemaligen Maismühle – heute ein Kultursaal. – Die Kamine von Gol les Hauts, Überreste aus der Anfangszeit der Zuckerrohrindustrie,  die seit 2002 unter Denkmalschutz stehen. – Das Aquädukt von Gol, das die Stadt ab Anfang des 19. Jahrhunderts mit Wasser versorgte.  – Im Stadtzentrum: die 1853 erbaute und denkmalgeschützte Kirche Saint Louis; Notre-Dame du Rosaire (1900); die Kapelle von Notre-Dame du Rosaire, die älteste kulturelle Sehenswürdigkeit der Insel, im Jahr 1734 erbaut und unter Denkmalschutz stehend; den Sklaven gewidmeten "Friedhof der verlorenen Seelen" (Cimetière des Âmes perdues). Ein Fresko auf der Umfassungsmauer erinnert an die entsetzlichen Bedingungen, unter denen sie lebten. -  Den Hindutempel Pandialé (der einzige denkmalgeschützte von Europa). – Die Zuckerfabrik du Gol.

Was gibt es in Saint-Denis zu sehen?

Die Kreisstadt Saint-Denis erhielt ihr Label "Villes et Pays d'Art et d'Histoire" im November 2011.  Es ist an dieser Stelle nicht möglich, all ihre kulturellen Reichtümer aufzuzählen, erwähnt seien aber die Präfektur (18. Jahrhundert), der Park Jardin de l’Etat, der der Akklimatisierung  von in La Réunion eingeführten Pflanzengattungen diente, und das naturhistorische Museum Muséum d'Histoire Naturelle, in dem bis zur Dritten Französischen Republik der Conseil Colonial tagte, das „Quartier Militaire“, die Kathedrale, die Kirche Notre-Dame de la Délivrance und das ehemalige Rathaus, dessen Stil aus der Epoche Napoléon III. einmalig auf der Insel ist ...

Was gibt es in Saint-Paul zu sehen?

Saint-Paul im Westen der Insel wurde die Auszeichnung am 17. November 2011 zugesprochen. Nachdem die Insel zweimal nur zeitweilig besetzt gewesen war – von 1646 bis 1649  und von 1654 bis 1658 – ging die definitive Besiedlung ab November 1663 von Saint-Paul aus. Somit wird - sofern nicht künftige archäologische Funde dieser Theorie widersprechen – das Jahr 1663 als Ausgangspunkt für die Geschichte der Stadt angenommen. Spuren der ursprünglichen Besiedlung sind bei der Grotte der ersten Einwohner sichtbar. Ebenfalls sehenswert: das Hôtel Laçay, die Villa Rivière (diese Gebäude stehen unter Denkmalschutz) oder die Maison Serveaux, in der sich die (inselälteste) „Fotografiesammlung Albany“ befinden sollte. Wenn Sie auf Ihrer Reise die Wunder der Natur und die Wunder der Kultur miteinander verbinden wollen, dann wählen Sie eine der Städte, die die Auszeichnung Villes et Pays d'Art et d'Histoire tragen: das Versprechen eines rundum gelungenen Aufenthalts!