Rebstöcke gibt es auf La Réunion seit Beginn der Kolonisation. Gründungsmitglieder der Kompanien des Indischen Ozeans versicherten, daß "der Weizen schöne volle Ähren trägt und die Reben sehr gute Trauben, aus denen man Wein macht".  Aber bis 1850 wird der Anbau nicht wesentlich erweitert, er beschränkt sich auf Gebiete zischen Saint-Paul und Saint-Denis, die im Windschatten liegen.

Um das Jahr 1860 herum werden Rebstöcke in Cilaos gepflanzt - zunächst einzig um der Früchte willen. Die Rebsorte war die Vitis Labrusca, Isabelle. Das gemäßigte und trockene Klima von Cilaos erweist sich als sehr gut geeignet für diese Traubensorte, die noch dazu widerstandsfähig gegen Krankheiten und sehr produktiv ist. Daher läßt Pater Teigny im Jahr 1915 Versuche zur Weinbereitung durchführen.

Heute ist der Wein aus Cilaos immer öfter auf den Tischen der Reunionesen zu finden.  Die Winzer würden die Produktion gern noch steigern und schlussendlich etwa zwanzig Hektar mit Weinreben bepflanzen.  Der Weinkeller  bietet eine Palette verschiedener Weine und sucht noch neue Produkte. Seit 2004 dürfen die roten, rosé, trockenen weißen und Primeur-Weine die Bezeichnung "Vin de Pays" tragen - damit wird der Weinbaubetrieb von Cilaos zum ersten europäischen Weinberg in der südlichen Hemisphäre!