Geheime Bergbäche, Sterne gucken und Schnorcheltouren

Cap Méchant
die bergwelt

Die besten Tipps für La Réunion

“... Wo liegt die Insel doch gleich? Die gehört zu Frankreich? Die sprechen da Französisch? Da kann man echt mit Euro bezahlen?” ... Jeder Reisende, der zurück Zuhause von seiner La Réunion Reise erzählt, kennt vermutlich diese Endlosschleife an Fragen. Privat wie auch im Rahmen meines Reisepodcast Welttournee habe ich schon knapp 100 Länder bereist und war nun zusammen mit meiner Freundin auf der Insel. Ich kenne diese Fragen ebenfalls nur zu gut, beantworte einige davon und verrate zudem meine besten Tipps für La Réunion. 

Grün, grün, grün sind alle meine Berge

Auch wenn das bekannte Kinderlied eigentlich anders geht, der Inhalt passt zu La Réunion. Die Insel hat drei spektakuläre Talkessel, in die Mutter Natur ihren kompletten Farbkasten gepinselt hat. Vom internationalen Flughafen Roland Garros in Saint-Denis ist der Talkessel Salazie am einfachsten zu erreichen. In ca. 60 Minuten kommt man vom Verkehrschaos der Hauptstadt mitten in die Natur. Hohe Felswände, dschungel-ähnliche Wälder und Panorama-Aussichten ohne Ende. Für Wandermuffel ist dieser Talkessel sicher die beste Wahl. 


Das schönste Dorf in Frankreich?!

Zudem kann man dort Hell-Bourg, ein kreolisches Dorf mit perfekten Fotomotiven finden - angeblich das schönste Dorf in Frankreich. Was uns gleich zur Beantwortung einer der Fragen aus Endlosschleife führt. La Réunion gehört offiziell zu Frankreich. Am Flughafen kannst du mit deinem deutschen Personalausweis einreisen und auf dem Handy hast du direkt nach der Landung dank Roaming Empfang. Trotzdem sehen sich viele Insulaner als eigenes Land und auch auf dem Handy gibt es einen eigenen La Réunion Emoji mit der Fahne: RE

Durch 400 Kurven nach ganz oben

Der Zweite Talkessel ist nicht weniger spektakulär und hier macht die Anfahrt schon den Reiz aus. Über “die Straße der 400 Kurven” geht es mit Wahnsinns-Aussichten ins kleine Örtchen Cilaos. Wenn dir auf der rund 50-minütigen Fahrt langweilig ist, versuch mal mitzuzählen. Spätestens nach der zehnten Kurve hörst du auf, weil du deine Zeit lieber zum Bestaunen der Aussicht und zum Fotos machen investierst - “manifique” wie man auf Französisch sagt, denn ja: auf La Réunion spricht man Französisch. In den großen Touristenorten findet man auch immer wieder Menschen, die Englisch sprechen. Ansonsten hilft es, wenn man seine Französischstunden aus der Schule noch nicht ganz vergessen hat. 
 

Pause auf halber Strecke

Auf halber Strecke nach Cilaos (in etwa hier bei der Bushaltestelle Tunel Pavillon gibt es übrigens ein kleines Café zur Stärkung) Rennfahrertraining gibt es auf der Straße nach oben inklusive und wer mal einen der vielen Nahverkehrsbusse beobachtet, die sich den Berg hochschlängeln bekommt einen Heidenrespekt vor den Busfahrern, die ihre Fahrgäste sicher durch den Berg bringen. 
 

Wes Anderson hätte seinen Spaß in Cilaos

Oben in Cilaos angekommen, gibt es Natur vom Feinsten, Wasserfälle, heiße Quellen und eine Aussichtsplattform mitten im Wald. Viele Häuser im Ort sehen aus als warteten sie nur darauf, im nächsten Film des Regisseurs Wes Anderson mitspielen zu dürfen - Kamera nicht vergessen.
 

Sterne gucken in Cilaos

Wenn es Nacht wird im kleinen Kurort wird es ruhiger, aber nicht weniger spektakulär. Der Blick in den Himmel ist vom 3.000 Meter hoch gelegenen Ort so spektakulär, wie kaum an einem zweiten Ort auf dieser Welt. Lichtverschmutzung ist auf der Insel ein Fremdwort und so haben Hobby-Astronomen und solche, die es werden wollen, die ganze Nacht etwas zu tun. Wer gerne etwas mehr für seine Unterkunft ausgibt, kann die Nacht auch in einer Art transparenten Wohnblase verbringen. Zum Sternegucken muss dafür nicht mal aus dem Bett aufgestanden werden - praktisch. Am besten lässt sich das Spektakel mit einer Flasche Wein direkt aus Cilaos bewundern - probier die verrückten Geschmacksrichtungen wie Ananas oder Litschi. Kopfschmerzen am nächsten Morgen inklusive.

Es windet am Cap Méchant

Wer die 400 Kurven hochfährt, muss laut Inselgesetz auch 400 Kurven wieder runter, denn es gibt nur eine Zufahrtsstraße. Also schnell die Michael Schumacher Position im kleinen französischen Mietauto eingenommen und zurück zur Küste Richtung Cap Méchant. Hier pustet der Wind und die Wellen schlagen gegen die dunklen Steine. Man merkt, wir kommen dem Vulkan näher.
 

Eine Vanille-Farm im Garten

Bevor es aber heiß wird, gibt es vorher noch einen Zwischenstopp bei einer kleinen Vanille-Farm im Garten direkt an der Hauptstraße. Während die meisten Touristengruppen zur “Blue Escala” Vanille Farm strömen, um dort eine Besichtigung zu machen, übersehen sie auf dem Weg dorthin andere Farmen, die ebenso interessante Geschichten zu berichten haben. In Saint-Philippe gibt es direkt an der Hauptstraße die “La Kaban'à Vanille”. Eine kleine Holzhütte mit Infos zur berühmten Schote. Anschauen kann man sich die Pflanzen dort ebenfalls, denn im Garten gibt es eine kleine Farm und die Betreiberin gibt freudig Auskunft über das zweitteuerste Gewürz der Welt. Probieren kann man es dort ebenfalls. Trink dort einen Vanille-Kaffee, in diesem kommt das Gewürz direkt mit in die Tasse. Eine frische Vanilleschote für Zuhause kostet im Shop etwa 3 Euro - was uns zur nächsten Frage aus der Endlosschleife bringt. Ja, man kann mit Euro bezahlen. La Réunion war sogar das erste Land, welches den Euro einführte. Die Insel liegt nämlich im Indischen Ozean und hat in der Sommerzeit eine Zeitverschiebung von +2 Stunden.
 

Es brodelt gewaltig

Eine der Hauptsehenswürdigkeit auf der Insel ist der Vulkan Piton de la Fournaise. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Erde und nicht selten kommt es vor, dass er ausbricht. Keine Panik, post-apokalyptische Szenen gibt es auf der Insel allerdings nicht. Bei einem Ausbruch fließt dünne Lava Richtung Meer und zieht viele Touristen an. Zudem sind die kleineren Eruptionen meist vorhersehbar und eher ein Spektakel als echte Gefahr. Am besten sieht man die Ausbrüche aus der Luft zum Beispiel mit einem Hubschrauberflug von Helilagon, da Straßen gesperrt werden.
 

Bier am Bergbach

Genug der Aufregung, jetzt wird es wieder entspannt. Während es die meisten Reisenden früher oder später in Richtung Strand zieht, um im kristallklaren Wasser zu schnorcheln oder einfach in der Sonne zu brutzeln, solltest du unseren echten Geheimtipp beherzigen. Zwischen Saint-Philippe und Saint-Josep liegt der kleine Ort Langevin. Eigentlich ist hier nicht viel los, aber es gibt einen Bergbach, der sich über mehrere Kilometer durch die Natur zieht. Nimm deine Badesachen, ein Handtuch und ein Bier mit, setzt dich an eine schöne Stelle am Bach und beobachte die Einheimischen beim Baden und spring selber ins eiskalte Wasser.
 
Wenn du ein bisschen mehr Action willst und noch ein Foto brauchst, um die Freunde zu beeindrucken (eigentlich solltest du doch inzwischen schon genug davon haben) gibt es zwei coole Wasserfälle am Bach, die ganz einfach erreicht werden können. Am Wochenende kennen diesen Tipp deutlich mehr Leute, deshalb kann es mit den Parkplätzen am unteren Bereich schonmal eng werden.
 

Schnorchelspot mit Bar

Ein letzter Punkt auf unsere Liste und der Tipp für die Schnorchler unter uns. Bei La Saline-les Bains und L’Ermitage befinden sich die besten Schnorchelspots. Bereits in Ufernähe können hier bunte Korallen und Fische bestaunt werden. Alternativ genießt man das “Savoir vivre” und setzt sich unter die großen Sonnensegel des Burger-Van mit einem Cocktail oder Bier, bevor es zurück nach Hause geht- natürlich mit frischer Vanille und vielen neuen Eindrücken im Gepäck.
 

Über mich

Ich, Christoph Streicher, lebe in Barcelona und habe bereits knapp 100 Länder bereist. (Ob La Réunion eigenständig dazuzählt, ist noch eine offene Frage). Zusammen mit meinem Kumpel Adrian Klie habe ich den Reisepodcast Welttournee gegründet. In jeder Folge erzählen wir von unseren Reisen und geben Tipps und Tricks zum Nachmachen. Wir beide arbeiten Vollzeit und müssen unsere Reisen mit 30 Urlaubstagen und kleinem Budget bewerkstelligen. So entstehen unterhaltsame Berichte über exotische Orte wie Guatemala, Taiwan oder die besten Lifehacks für den Flughafen. Auf die Folge über La Réunion freuen wir uns besonders, zumal ich schon verraten habe, dass das Land im oberen Mittelfeld meiner persönlichen “Länder-Charts” steht. Hör dir den Podcast auf allen Plattformen an und folge uns auf unseren Reisen.
 

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