Nez de Boeuf-Roche Plate

Fußgänger Um Saint-Joseph
  • Auf der Wanderung durch das Tal des Flusses Rivière des Remparts kann man die Entstehung der Insel La Réunion und die Geschichte der Besiedelung der Höhenlagen besser erschließen. Neben der landschaftlichen Schönheit auf dieser Wanderung ist es auch interessant, in Begleitung eines Führers, der sich mit dem Vulkanismus und der Besiedelung auskennt, aufzubrechen, um die Insel besser zu verstehen. Die Wanderung beginnt am Vulkanmassiv in Nez de Bœuf. Sie beginnen den Abstieg des Steilhangs bis in die Talsohle und gehen dann auf dem leicht abfallenden Weg bis zum Dörfchen Roche Plate weiter. Beim Abstieg des Steilhangs haben Sie einen atemberaubenden Blick auf das Tal, und auf dem verbleibenden Teil der Strecke durchqueren Sie einen echten Tropenwald bis nach Roche Plate. Wenn Sie sich dazu entschließen, bis nach Saint-Joseph zu gehen: Hier sind Informationen über die Entstehung des Flusses Rivière des Remparts und die Besiedelung des Tals. Vor 290 000 Jahren erfolgte im Gebiet des Flusses Rivière des Remparts ein großer Einbruch, die vielen Regenfälle führten zur Herausbildung des Tals, und die labilen Steilhänge brachen zusammen. Vor über 60 000 Jahren füllte sich das Tal zum Teil mit Lavaströmen, bis zum Unfall am Pas des Sables, bei dem die Gegend um den Fluss Rivière des Remparts endgültig vom aktiven Vulkanzentrum des Piton de la Fournaise abgeschnitten wurde. Die Erosion nahm ihren Lauf und sorgte für die erneute Herausbildung des Tals. Vor 2 000 Jahren entstanden durch einen Vulkanausbruch entlang eines Risses am Rande des Flusses Rivière des Remparts, drei Krater: der 200 m tiefe Commerson, der weiter unten, am linken Steilhang des Flusses befindliche Trou Fanfaron, und noch viel weiter unten ein dritter, wesentlich weniger sichtbarer Kegel. Die Lavaströme dieser drei Krater flossen 22 km flussabwärts bis nach Saint-Joseph und erreichten den Ozean, wo sie die Landspitze Pointe de la Cayenne bildeten. Nach dem Abbild dessen, was sehr viel früher in Bébour geschah, sorgten diese Lavaströme für das flache, leicht ansteigende Tal des Flusses Rivière des Remparts, wie wir es heute kennen. Die Besiedelung des Flussgebiets am Rivière des Remparts erfolgte nach dem Beispiel der Besiedelung der Talkessel.
    Die ersten Bewohner am Fluss Rivière des Remparts waren schwarze Sklavenflüchtlinge, denen später die Weißen der Höhenlagen folgten, die zumeist aus Saint Joseph kamen. Sie ließen sich in verschiedenen Dörfchen nieder, unter anderem in Roche Plate und Dimitile. Roche Plate war das größte und zählte 1965 bis zu 600 Seelen. Sie bauten Erbsen, Bohnen, Süßkartoffeln, Pfirsiche, Wollmispeln, Kaffee, Vetiver und Mais an und züchteten Schweine, Ziegen, Geflügel und Rinder auf den Weideflächen oberhalb von Roche-Plate. Die kleinen Mauern, welche die Landstücke teilten, sind übrigens noch zu sehen. Die Katastrophe von Mahavel beendete die Besiedelung des Flussgebietes des Rivière des Remparts am 7. Mai 1965. Die Inselzeitung von La Réunion berichtet am 7. Mai 1965 vom Einsturz, der sich um 4 Uhr morgens 1,5 km flussabwärts von Roche Plate ereignete. „Die präfektoralen Behörden haben die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die 45 in Roche Plate lebenden Familien zu evakuieren und sie provisorisch in La Plaine-des-Cafres oder Saint-Joseph unterzubringen. Die meisten Familien hatten ihr bescheidenes Zuhause wenige Augenblicke nach dem Einsturz des Berges - einem Phänomen, das durch eine bemerkenswerte Explosion begleitet wurde und auf das eine endlose Reihe dumpfen Grollens folgte, während sich im Tal ergiebige Schwefeldämpfe ausbreiteten - bereits selbst verlassen... Die Einwohner von Dimitile berichten: „Es war aschefarbener Schlamm, der nach Schwefel roch… Mit dem Damm konnte man Roche Plate nicht mehr sehen“. Es war dunkel, neblig und regnete, sodass die Talbewohner einen Vulkanausbruch vermuteten und flohen.“ Der labile Steilhang von Le Bras de Mahavel glitt ab, und mehrere Millionen Kubikmeter Felsen und Erde blockierten den Fluss Rivière des Remparts. So bildete sich ein See, der sich nach und nach leerte. Im Folgejahr entstand aufgrund des Starkregens im Zuge des Wirbelsturms Denise erneut ein riesiger See. Die Behörden beschlossen, am Fuße des westlichen Steilhangs eine Rinne zu graben, damit sich der See leeren konnte und so die Überschwemmungsgefahr für Saint-Joseph gebannt war, falls der Damm, der im Vorjahr durch die Katastrophe entstanden war, brechen sollte. Das von dieser Katastrophe, die glücklicherweise keine Opfer forderte, geprägte Roche Plate sollte 18 Jahre unbewohnt bleiben. 1989 jedoch unternahm die französische nationale Forstbehörde ONF Arbeiten zum Wiederaufbau von Roche Plate, und mehrere Familien zogen wieder hierher, darunter zwei Privatunterkünfte.
  • Höhenunterschied
    1339.07 m
  • Interesse der Strecke
    - Aussichtspunkt vom Nez de Bœuf „- Die Stimmung im Tal “ - Eine Nacht in Roche Plate verbringen
  • Wußten Sie das?
    Am Ende dieses Tals finden Sie nur sehr wenig Spuren von Wasser, und dennoch gedeiht die Vegetation hier ausgezeichnet, sie ist üppig und verleiht ein ausgeprägtes Gefühl von Feuchtigkeit. Der Fluss verläuft unterirdisch und passiert zahlreiche Tunnel, welche die Lava unter der Erde hinterlassen hat. Der Fluss Rivière des Remparts bildet das tiefste Tal der Insel; Er reicht bis zu 26 km ins Innere der Erde. Dieses Tal, das von über 1000 Meter hohen Steilhängen umgeben ist, vermittelt den Eindruck, weit von der Zivilisation entfernt zu sein. Bei einer Übernachtung in der Privatunterkunft Gîte de Roche Plate kann man das Flair des früheren Lebens der Bewohner des Flussgebiets am Rivière des Remparts nachempfinden.
  • Dokumentation
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1 kommentar
Ausgezeichnet
  • Roche Plate Rivière des Remparts, superbe randonnée à refaire avec plaisir

    A part le début de la rando où il ne faut pas se précipiter, pas de difficultés particulières Paysages magnifiques , accueil à Roche plate très sympathique , village fleuri, calme, reposant, bref , un très bon souvenir

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