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1 Gesicht, 1 Geschichte, 1 Insel: La Réunion stellt sich vor

Wir kennen die Landschaften, die die Insel La Réunion so besonders machen: die Talkessel, der tropische Regenwald, die Lagune, die Vulkanlandschaften und Hochebenen… Aber wir wissen weniger über die Gesichter, die den Reichtum dieses französischen Überseedépartements im Herzen des Indischen Ozeans ausmachen. Früher unter dem Namen Dina Morgabine, Santa Apolonia oder Insel Bourbon bekannt, ist La Réunion heute Symbol der Zusammenkunft und Harmonie zwischen Menschen auf der ganzen Welt.

Die Insel La Réunion ist ein Schmelztiegel der Kulturen mit europäischen, madagassischen, indischen, asiatischen und afrikanischen Einflüssen. Die heutige Bevölkerung ist das Ergebnis jahrhundertelanger Migration, das Ergebnis einer einzigartigen ethnischen Mischung. Ihre Bewohner bilden heute ein bunt gemischtes Volk mit facettenreichen Charakteren, die zu einem Modell des multikulturellen und multiethnischen Zusammenlebens geworden sind. Sie sind die Identität der intensiven Insel, die auf den kulturellen Besonderheiten und der einzigartigen Geschichte der Insel La Réunion basiert.

Treffen Sie die Frauen und Männer, die La Réunion ausmachen.

Jede Woche stellen wir Ihnen einen Bewohner der Insel La Réunion vor und seine besondere Geschichte. 

Maureen Atanary

Ostküste

 

Das Dipavali-Fest auf La Réunion ist für mich ein ganz besonderer Moment! Diese gemeinschaftliche tamilische Veranstaltung feiert das Fest des Lichts und der Farben. Es ist ein Moment der Geselligkeit und des Teilens mit der Familie und Freunden. Der Höhepunkt dieser Feier ist zweifellos der von der Stadt Saint-André organisierte Festumzug. Jedes Jahr freuen sich meine Familie und ich darauf, dort zu sein, um die bunten Wagen zu sehen. Tanzshows, traditionelle indische Musik, farbenfrohe Kostüme – die einen schillernder als die anderen: Das Festival des Lichts und der Farben trägt seinen Namen zu Recht! Ich hatte bereits mehrmals die Gelegenheit an dem Festumzug teilzunehmen; als ich jünger war, mit einem indischen Tanzverein, aber auch jüngst mit dem Kovil-Verein der Kinder. Diese Momente waren magisch und intensiv! Ich habe sehr schöne Erinnerungen daran.

Maureen Atanary, Saint-André, Ostküste von La Réunion

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Pierre Vidot

Westküste

Ich war schon immer begeistert von Piratengeschichten! Viele Piraten sind über den Indischen Ozean gesegelt und haben ihre Spuren auf der Insel hinterlassen. Holländer, Briten, Piraten verschiedenster Nationalitäten steuerten die Insel an und blieben dort. Viele Bewohner der Insel sind Nachkommen von Piraten. Ich selbst entdeckte bei der Erstellung meines Stammbaums, dass der Pirat John Grayell einer meiner Vorfahren war! Im 18. Jahrhundert war der Handel zwischen den Einwohnern verboten, erst recht mit Piraten. Sie mussten die Erlaubnis des Gouverneurs einholen, der sich an den Gemeinderat wandte, damit sie die Insel betreten durften, um Nahrung und Wasser zu bekommen. Wenn Sie die Genehmigung erhielten, blieben sie oft  viel länger als erwartet und schlemmten sich 2-3 Monate lang durch!

Pierre Vidot, Geschichtenerzähler, Saint-Paul, Westküste von La Réunion

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Juliette Masson

Ostküste

Es ist 10 Jahre her, seit ich den Landwirtschaftsbetrieb meines Vaters übernommen habe, der bereits seit 1972 besteht. Es war der richtige Zeitpunkt: Mein Vater näherte sich dem Rentenalter und ich war Studentin. Ich wollte das Familienunternehmen übernehmen. Zu dieser Zeit haben wir nur Zuckerrohr hergestellt. Heute habe ich die Produktion sogar erweitert: Zuckerrohr, Chili, Vanille und Kartoffeln.

Als ich 6 Jahre alt war und mein Vater Zuckerrohr herstellte, lieferte sein Fahrer das Zuckerrohr während der Zuckersaison in die Fabrik. Dort gab man ihm eine kleine Flasche gekochten Sirup, die mein Vater nach Hause brachte. Für mich war es, als würde er mir ein Stück Gerstenzucker (traditionelle Süßigkeit in Frankreich) mitbringen! Mit meinen Brüdern und Schwestern legten wir ein wenig Brot mit Butter hinein. Es war unser gesalzenes Butterkaramell!

Juliette Masson, Landwirtin, Bras-Panon, Ostküste von La Réunion

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Laurent Bériou

Talkessel Mafate

Als ich klein war, im Alter von ungefähr 5 Jahren, ging ich im Dorf Îlet à Malheur zur Schule. Im Talkessel Mafate gehen Kinder ab dem 3. Lebensjahr zur Schule. Ich lief jeden Morgen 30 bis 40 Minuten zur Schule. Die Älteren rannten oft um die Wette und joggten in hohem Tempo bis zur Schule. Ich denke, der Traillauf hat ein wenig so angefangen. Ich laufe gerne durch den Wald oder in den Bergen, ich brauche dieses Abenteuer: Ich kann hingehen, wo ich möchte!

Ich war Postbote in Mafate: Der Hubschrauber brachte mich ins Dorf Roche Plate, wo meine Tour begann. Die viertägige Postauslieferung erfolgt zu Fuß, man muss den Postsack und Pakete auf dem Rücken tragen. Der Job ist nicht der gleiche wie in der Stadt: Man muss den Namen jedes Bewohners kennen, da es keinen Briefkasten und keine Hausnummer gibt! Einige ältere Menschen können nicht lesen oder schreiben und bitten einen, ihre Briefe vorzulesen. So kommt man den Einwohnern des Talkessels sehr schnell näher.

Laurent Bériou, Trailläufer, Aurère – Mafate, Talkessel von La Réunion

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Lauriane Leichnig

Südküste

Meine Leidenschaft für Vacoa (Schraubenbaum) habe ich von meiner Mutter: Ich habe gesehen, wie sie mit dem Material gearbeitet hat, das habe ich immer sehr bewundert. Ich erinnere mich auch, dass meine Großmutter und ihre Töchter zum Platz Puits Arabe gingen, um die von ihnen handgefertigten Vacoa-Objekte zu verkaufen.

Bevor ich es zu meinem Beruf machte, fing ich an, in der Freizeit an Vacoa zu arbeiten und meiner Mutter zu helfen. Es ist ein Beruf, der Kreativität, Geduld und vor allem Respekt vor der Natur und Bäumen erfordert. Um mit Vacoa-Fasern arbeiten zu können, ist es wichtig, den Rhythmus der Natur zu respektieren. Heute wiederum gebe ich meine Familientradition und den Respekt vor der Umwelt an meine Tochter weiter.

Lauriane Leichnig, Vacoa-Flechterin, Saint-Philippe, Südküste von La Réunion

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Guibert Hoareau

Die Höhenlagen

Ich habe schon immer in der Plaine des Grègues gelebt. Schon seit Generationen bauen wir hier Kurkuma an. Es ist eine Familiengeschichte! Früher haben wir hauptsächlich Zuckerrohr produziert und nur wenig Kurkuma.

Heute ist der Anbau von Kurkuma zu meiner Haupttätigkeit geworden. Ich produziere 3 bis 5 Tonnen davon pro Jahr und meine Kinder helfen mir dabei. Ich esse es selbst jeden Tag.

Die Menschen haben die guten Eigenschaften dieses Gewürzes schätzen gelernt und so konsumieren es auch die Einheimischen vor Ort immer mehr.

Guibert Hoareau, Kurkuma Produzent, Plaine des Grègues, die Höhenlagen von La Réunion

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Audrey Ah-Sane

Nordküste

Ich bin chinesischer Herkunft und auf der Insel La Réunion geboren, wo sich meine Urgroßeltern väterlicherseits niedergelassen haben. Mit 7 Jahren habe ich mit dem chinesischen Tanz angefangen. Mein Vater nahm mich mit zum Fest Guan Di, eine Gedenkfeier zu Ehren des Kriegsgottes, im Tempel von Saint-Denis in der Nähe des Kleinen Marktes. An diesem Tag war ich von den Tänzern fasziniert und gern wäre ich an ihrer Stelle gewesen. Leider war ich da noch zu jung, um selbst tanzen zu dürfen. Einige Jahre später habe ich mich dann aber dort angemeldet. Wenn wir auf die Bühne gehen, ist alles akzentuiert. Unsere Kostüme sind sehr farbenfroh, das hat mich schon als kleines Mädchen begeistert. Außerdem durfte ich mich beim Tanzen auch schminken! Das Wichtigste ist jedoch, dass ich beim Tanzen ganz ich selbst sein kann. Ich mag es, meine Kultur über das Tanzen zu zeigen und zu teilen.

Audrey Ah-Sane, Saint-Denis, Nordküste von La Réunion

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Mohammad Bhagatte

Nordküste

Ich habe schon immer in Saint-Denis gelebt und bin in der Rue Maréchal Leclerc in der Nähe des Kleinen Marktes unweit des Hindu-Tempels aufgewachsen. Es ist ein traditionelles und freundliches Viertel in dem meine Eltern als Händler auch ihr Bekleidungsgeschäft hatten. Hier fand ich die Identität des reunionesischen Zusammenlebens. Wenn die Geschäfte schlossen, kamen die Händler und ihre Familien gelegentlich zusammen, um gemeinsame Momente an der Promenade des Barachois zu teilen.

Ich erinnere mich noch, dass ich als Kind einmal ins obere Stockwerk des Ladens meiner Eltern ging, wo sich das Lager befand, um dort zu spielen. Meine Eltern hatten mich nicht die Treppe hinaufgehen sehen und machten sich Sorgen, als ich am Abend nicht auftauchte. Sie hatten sich in den umliegenden Geschäften umgesehen und rechneten mit dem Schlimmsten. Alle Bewohner der Nachbarschaft machten sich auf die Suche nach mir… als ich dann nach meinem Nickerchen plötzlich wieder unten stand, staunte man nicht schlecht! Noch heute treffe ich regelmäßig all diese Leute, die mich mehr als zwanzig Jahre lang aufwachsen und zum Imam der großen Moschee von Saint-Denis werden sahen, bevor ich die Leitung der Freiwilligenorganisation UNIR OI übernahm.

Mohammad Bhagatte, Saint-Denis, Nordküste von La Réunion.

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Lyna Boyer

Westküste

Für mich ist die Lagune an der Westküste der perfekte Ort zum Entspannen! Hier kann ich unzählige Wassersportaktivitäten ausüben wie Stand-Up-Paddling, Schnorcheln, mit meinen Freunden Strandtennis spielen… oder einfach einen Moment der Ruhe mit Blick auf den Indischen Ozean genießen. Eines der besten Erlebnisse für mich ist dabei die Massage auf der Lagune! Es ist eine einmalige Erfahrung. Hier kann ich mich von den Bewegungen des Wassers und dem Rauschen der Wellen tragen lassen und vollkommen in mich gehen. Mittags nutze ich die Snack-Bars und Restaurants. Den Abend lasse ich dann bei einem leckeren Cocktail mit meinen Füßen im Sand ausklingen, in der Hoffnung, den „grünen Lichtstrahl“ am Horizont zu sehen: Er soll Glück bringen.

Lyna Boyer, La Possession, Westküste von La Réunion

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Philippe Ramin

Südküste

Das Angeln habe ich 2010 dank eines Arbeitskollegen für mich entdeckt, nach einem gesundheitlich schwierigen Jahr. Er hatte mich immer wieder versucht davon zu überzeugen, obwohl ich mich vehement weigerte, aber schließlich gab ich dann doch nach! Und eines Tages trafen wir uns zu meinem ersten Angelausflug an der Küste. Er brachte eine Angelrute mit, bereitete sie vor, warf sie ins Wasser und reichte sie mir, während ich den Fisch zog. Es war wundervoll! Das Herausziehen dieses Fisches aus dem Wasser ließ mich all meine Sorgen und gesundheitlichen Probleme für einen Moment vergessen. Ich fühlte mich gut.

Das Fischen hat mir dazu verholfen, neue Kraft zu tanken und meinen Lebensweg wiederzufinden. Durch das Alleinsein, mit dem Blick auf den Indischen Ozean, kann ich dem Alltag entfliehen, die Dinge ins rechte Licht rücken und alles andere vergessen. Heute gehe ich fast täglich zum Angeln, meistens am Strand Ti Sable in Saint-Joseph, aber auch in Grand Brûlé, Sainte-Rose oder Saint-Philippe.

Philippe Ramin, Strand von Ti Sable in Saint-Joseph, Südküste von La Réunion

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Josiane Sautron

Die Talkessel

2005 nahm ich am Wettbewerb Opération Cirque Fleuri teil, bei dem die schönsten Häuser und Blumengärten des Talkessels Salazie ausgezeichnet werden. Im selben Jahr trat ich erstmals an beim Ultra-Crosslauf Diagonale des Fous von La Réunion. Ich war in meinen 50ern. Ich trainierte mit einer Freundin und ihrem Mann: Früh morgens um 3 Uhr machten wir uns von Hell-Bourg auf, um nach Cilaos zu laufen. Während des Grand Raid kümmerte sich dann mein Mann an den Verpflegungsstellen um mich. Wenn ich zu spät kam, rief er mich an und fragte, wo ich sei! (lacht) Eine gute körperliche Verfassung allein reicht nicht aus, man muss auch eine mentale Stärke mitbringen. Für mich ist es wichtig, Spaß zu haben und das Ziel zu erreichen.

Josiane Sautron, Hell-Bourg – Salazie, die Talkessel von La Réunion

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Clément Périanin

Ostküste

In natürlichen Wasserbecken fühle ich mich einfach wohl. Besonders gerne sitze ich unter einem Wasserfall, um mich von den negativen Einflüssen, die ich im Alltag erlebe, zu befreien. Die Pools sind eine großartige Energiequelle.

Ich erinnere mich an eine Wanderung, die ich in La Nouvelle und Marla im wilden Talkessel Mafate unternommen habe. An diesem Tag bin ich stundenlang gelaufen. Ich sah ein Wasserbecken, an dem ich zum Baden anhielt. Ich wollte mich nach dieser körperlichen Anstrengung ein wenig abkühlen und entspannen. Als ich aus dem Wasser kam, fühlte ich mich wieder fit und am nächsten Tag wachte ich sogar ohne Schmerzen auf! Es war, als wäre ich am Tag zuvor nicht gelaufen. Und trotzdem war es ein intensiver Wandertag!

Clément Périanin, Takamaka, Ostküste von La Réunion

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Aurélie Lallemand

Westküste

Auch wenn ich die Höhen meiner Insel mit ihren zerklüfteten Reliefs und ihrer unglaublich üppigen Natur sehr schätze, so bevorzuge ich doch die Küste, vor allem die Westküste, wo ich relaxen und es mir gut gehen lassen kann. Um ins Wochenende zu starten, treffen meine Freunde und ich uns normalerweise auf einen Aperitif bei Sonnenuntergang. Mit einem erfrischenden Fruchtcocktail in der Hand lassen wir den Abend ausklingen! Ich erinnere mich noch gut an einen Abend im Südwinter vor etwa 2 Jahren, kurz vor den letzten Sonnenstrahlen, als wir das Glück hatten, ein magisches und so unwirkliches Naturschauspiel mitzuerleben: ein Walballett! Es waren zwei von ihnen und sie machten immer wieder beeindruckende Sprünge. Sie waren uns so nah! In diesem Moment blieb für mich die Zeit stehen.

Aurélie Lallemand, Saint-Gilles, Westküste von La Réunion

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Eko "LSA"

Nordküste

Im Alter von 14 Jahren entdeckte ich die Graffiti-Malerei für mich. Ich gehörte zu den ersten Graffiti-Künstlern auf La Réunion, die mit der Hip-Hop-Bewegung mitgingen – diese kam in den 80er Jahren aus den USA zu uns. Ich wuchs in Saint-Denis auf. Eines Tages klopfte jemand an meine Wohnungstür und sagte: „Das musst du dir anschauen, draußen ist was los!“ An diesem Tag machte ich meinen ersten Ausflug mit meiner Sprühfarbe im Viertel Champ Fleuri. Es war das erste Mal, dass ich in die Welt des Graffitis eintauchte: Wir bildeten Gruppen und trafen uns, um unsere Namen oder die unseres Viertels an die Wände zu sprühen. Wir wollten unsere Identität zeigen und die mit der Hip-Hop-Bewegung verbundene Botschaft teilen: Frieden, Liebe und Einheit. Es gab eine echte Wertschätzung innerhalb der Gemeinschaft und vor allem Anerkennung.

Unsere Abgeschiedenheit zum Festland hat bei der Graffiti-Malerei eine entscheidende Rolle gespielt: Wir mussten uns anpassen und haben unsere eigene Identität geschaffen, indem wir einen für La Réunion spezifischen Stil kreiert haben, in der Wahl der Farben oder der Malweise, die mit unserer Geschichte, unseres Melting-Pots verbunden sind.

Eko „LSA“, Saint-Denis, Nordküste von La Réunion

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Sabine Payet

Die Höhenlagen

Mit der Hilfe meiner Freundin Josiane habe ich mir das Kochen über dem Holzfeuer beigebracht. Ich habe sie oft beim Kochen beobachtet, habe mir die richtigen Handgriffe und die Menge an Gewürzen abgeschaut, die für die Zubereitung eines Caris (Curry) notwendig sind. Mit 20 Jahren habe ich dann mein erstes Cari-Gericht auf dem Holzfeuer zubereitet: ein Cari Bichiques – eine Art Kaviar-Cari. Ich hatte niemanden gefragt, wie man es zubereitet. Also habe ich die Gewürze vorbereitet, habe sie angedünstet und die Bichiques hinzugegeben. Dann habe ich 1 Liter Wasser in den Kochtopf gegeben. Am Ende ähnelte mein Cari einem Püree, obwohl es gut schmeckte! Der Geschmack der Bichiques war zwar nicht sonderlich ausgeprägt, doch es gab viel Soße! (lacht) Heute koche ich für meine Familie, meine Kinder oder auch, wenn mich meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern besuchen.

Ich liebe das Kochen auf dem Holzfeuer wegen des rauchigen Geschmacks. Wenn ich auf dem Holzfeuer koche, nutze ich das, um Boucané (geräuchertes Gericht mit Hühner-, Fisch-, Schweinefleisch- oder Speckstreifen) und frische Würstchen über den Kochtopf zu hängen, um sie zu räuchern: das verleiht ein besseres Aroma.

Sabine Payet, Le Tampon – Höhenlagen von La Réunion

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Mathieu Hoarau

Die Talkessel

Es ist nun 12 Jahre her, dass wir mit meinem Vater den Anbaubetrieb von Linsen und Wein übernommen haben. Jährlich werden 3 bis 4 Tonnen Linsen und 5 Tonnen der Weinrebsorte Couderc 13 geerntet. Im vierten Anbaujahr haben wir sogar bereits 10 Tonnen Weintrauben ernten können! Es ist eine echte Familiengeschichte. Ich habe meinen Vater immer bei der Arbeit vor Ort begleitet und ab meinem 12. Lebensjahr lernte ich von ihm an den Wochenenden und später dann in der Schule in Saint-Joseph das Handwerk. Seitdem bin auch ich jeden Tag vor Ort. Was ich an Cilaos besonders liebe ist, dass ich in der Natur sein kann, mitten in den Bergen: Ich bin ein echter Glückspilz! Als ich 15 oder 16 war, und die Winzergenossenschaft „Chai de Cilaos“ geschlossen hatte, haben wir unseren eigenen Wein produziert. Wir haben die Trauben geerntet und direkt zu Wein weiterverarbeitet! Dabei haben wir den Saft der Trauben nicht mit den Füßen ausgestampft, sondern haben eine Art Presse angefertigt. Dann legten wir die Trauben in einen Tank, anschließend in große Behälter und warteten 21 Tage. Wir haben es tatsächlich geschafft guten Wein zu machen, aber der Wein im Laden war besser! (lacht) Wir haben es zumindest versucht!

Mathieu Hoarau, lieu-dit L’Écho – Cilaos, Talkessel von La Réunion

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Miza Gourdial

Der Vulkan

Ich kam 1962 nach Piton Sainte-Rose. In diesem Jahr entdeckte ich die berühmte Kirche Notre-Dame-des-Laves, noch vor dem Ausbruch des Piton de la Fournaise im Jahr 1977.

Am Karfreitag zog ein erster Lavastrom in Richtung Bois Blanc. Am nächsten Tag zerstörte ein weiterer Strom einen Teil des Dorfes Piton Sainte-Rose. Als ich an diesem Tag meine Arbeit verließ, sah ich eine Rauchwolke auf dem Berg, dann die Lava, die wie ein Feuerstrom herunterkam. Mit meiner Familie wurden wir sehr schnell evakuiert. Einige Tage nach Ostern umgab Lava die Kirche und drang auch ins Innere ein, allerdings ohne den Altar zu erreichen. Viele sprechen von einem Segen. Als wir 1979 in der Kirche die Erstkommunion meiner Enkelin feierten, rauchte die Lava noch. Trotz des Ausbruchs wollte ich zurückkehren, um in Piton Sainte-Rose zu leben. Die Leute fragen mich oft warum. Ich sage ihnen, dass der Vulkan überall ist, wir sind auf einem Vulkan! Und ich fühle mich hier wie zu Hause!

Miza Gourdial, Piton Sainte-Rose – der Vulkan von La Réunion

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René Paul Elléliara

Südküste

Maloya ist Musik – sie stellt eine Mischung aus Farben dar, deren ursprünglicher und traditioneller Klang unser kulturelles Erbe widerspiegelt. Als ich klein war, wurde es am Abend nach der Arbeit gespielt. Jemand nahm eine große Trommel und spielte im sonnendurchfluteten Hof, andere wiederum nahmen eine Rassel und einen Musikbogen. Wir sangen als Familie, während meine Mutter über einem Holzfeuer kochte.

Damals lebten wir in Blech- oder Strohhütten. Die Nachbarn waren nah und mit den ersten Rhythmen der Trommel kamen sie angerannt und versammelten sich, um mitzuspielen. Musik und Gesang waren improvisiert. Es wurde immer mit dem Herzen gespielt.

Was ich an Maloya so gern mag ist die Tradition. Auf der Bühne haben wir die Lichter, das Soundsystem usw. Aber am meisten liebe ich es, akustisch auf dem Boden zu spielen. So bin ich näher am Publikum. Diese Musik zeigt unsere Werte, unsere Wurzeln, unsere Identität und unser Erbe.

René-Paul Elléliara, Saint-Pierre, der Süden von La Réunion

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Anne-Gaëlle Fontaine

Die Höhenlagen

 

 

Ich arbeite auf der Rosengeranienfarm meiner Eltern, die es seit 1988 gibt. Wir haben eine 4 Hektar große Farm, auf der wir auch saisonales Obst und Gemüse anbauen. Von meinen Eltern habe ich gelernt, wie man Geranien anbaut. Schon sehr jung nahmen sie mich mit auf die Felder. Sie ließen mich im Schatten eines Geranienfußes sitzen, unter dem ich in meinem Babytragekorb schlief! Und so wusste ich bereits mit 2 Jahren, dass ich Landwirtin werden möchte. (lacht)

Der Anbau von Geranien erfordert viel Arbeit. Um 2 Liter ätherisches Öl zu gewinnen, braucht man etwa 600 kg Material: grünes Gold! Die Zufriedenheit der Kunden, die unsere Produkte auf dem Markt kaufen, ist mein größter Lohn.

Anne-Gaëlle Fontaine, le Grand-Tampon, die Höhenlagen von La Réunion

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Nicolas Villeneuve

Der Vulkan

Ich bereitete gerade meine Diplomarbeit am Vulkanologischen Observatorium des  Piton de la Fournaise vor, als am 9. März 1998 der Vulkan nach 6 ruhenden Jahren wieder ausbrach. Damals passten mir die Rahmenbedingungen für die Promotion nicht und ich hatte mich entschieden, meine Dissertation abzubrechen. Doch dieses phänomenale Spektakel hat mich schnell dazu gebracht, meine Meinung zu ändern!

Ein paar Minuten nach Beginn des Ausbruchs sagte Patrick Bachèlery, Geologe und Forscher an der Universität: „Machen Sie sich schnell auf den Weg zusammen mit einem Team, um Proben zu nehmen, denn es wird nicht lang dauern“. Doch die Lava floss letztendlich 196 Tage lang! Wir haben rund um die Uhr am Observatorium gearbeitet. Ich blieb sogar sieben Tage vor Ort, in der Nähe des Kapor-Gipfels, der sich während des Ausbruchs bildete. Ich war komplett vertieft in die Arbeit und verbrachte meine Nächte damit, die Strömungen zu beobachten und mir Notizen zu machen. Es war der erste Ausbruch, der auch dokumentiert wurde und sogar der von den Reunionesen am häufigsten besuchte.

Nicolas Villeneuve, Piton de la Fournaise, der Vulkan von La Réunion

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