Maïdo - Grand Bénare

Fußgänger Um Saint-Paul
  • Die Schönheit der Insel La Réunion zeigt sich den Frühaufstehern von uns. Tatsächlich ist es zu empfehlen, frühmorgens zum Gipfel des Maïdo aufzubrechen, denn häufig bedecken Wolken das Inselinnere am Vormittag. Der Piton Maïdo mit einer Höhe von 2200 Metern ist einer der spektakulärsten Aussichtspunkte auf den Talkessel Mafate. Er ist auch der am besten zugängliche, wobei man den Gipfel von der Westküste der Insel aus in einer guten Stunde erreicht. Wenn Sie mit dem Auto hinauf fahren, verlieren Sie keine Zeit, um den schönen und mysteriösen Höhentamarindenwald zu bewundern, Sie werden auf der Rückfahrt die Möglichkeit haben, hier anzuhalten. Je näher Sie dem Maïdo kommen, desto weniger majestätische Höhentamarinden sind zu sehen, dafür findet man die Stauden „Ambaville“ (Hubertia ambavilla), Fleurs jaunes (Hypericum lanceolatum) und Baumheide. Der Maïdo verdankt seinen Namen den Bränden, die diese Region regelmäßig verwüstet haben: Maïdo bedeutet im Madagassischen „verbranntes Land“. Wenige Meter vom Parkplatz entfernt entdecken wir vom Aussichtspunkt des Maïdo aus eine sowohl schwindelerregende als auch außergewöhnliche Landschaft. Zu unseren Füßen liegen das Dörfchen Îlet de Roche Plate und Le Bronchard mit seiner ausgesprochen ebenen Oberfläche. Es überragt den Talkessel Mafate mit einer Höhe von über 1000 Metern. Bei der Bewunderung dieses wundervollen Ausblicks vergisst man letztlich die Zeit. Neben seinen außergewöhnlichen Landschaften besitzt der Talkessel Mafate eine ausgeprägte Geschichte. Die Sklavenflüchtlinge, die sogenannten „Marrons“, waren die ersten, die diesen Talkessel im 18. Jahrhundert zuerst besiedelten. Dank seines unebenen und schwer zugänglichen Reliefs war der Talkessel Mafate während der tragischen Sklavenzeit ein bevorzugter Ort für die Sklavenflucht und wurde zum natürlichsten Zufluchtsort der schwarzen Sklaven, die sich nach Freiheit und Menschenwürde sehnten. Hier wurden Lager eingerichtet, komplette Familien kamen auf der Suche nach Freiheit und einem neuen Leben hierher. So begann in dieser vergangenen und gleichzeitig nicht weit entfernten Zeit in dieser von den Bergen geschützten und dennoch gedeihlichen Gegend ein Volk der Verbannten mit dem Aufbau eines einigermaßen normalen Lebens, nahm eine Kostprobe von friedvolleren Tagen und ernährte sich von wilden Jambu-Pflanzen, von Sägepalmbeeren oder auch von Kartoffeln und natürlich von Wild.
    Der Grand Bénare ist einer der drei höchsten Gipfel der Insel, er erreicht eine Höhe von 2896 Metern. Der über den Talkesseln Mafate und Cilaos liegende Berg stellt einen der außergewöhnlichen Aussichtspunkte auf die Insel La Réunion dar. Unser Besuch des Grand Bénare erfolgt über den Weg Sentier du Grand Bord, der diesen Namen trägt, weil er an dem Bergkamm oberhalb des Talkessels Mafate entlangführt. Dieser ausgesprochen sehenswerte Weg bietet zu jedem Zeitpunkt der Wanderung einen Blick auf den Talkessel. Das Bergmassiv des Piton des Neiges enthüllt sich nach und nach, und auf halber Strecke können Sie den Gipfel des Piton des Neiges sehen. Machen Sie regelmäßig Pausen, um das Gelände des Talkessels Mafate, von Les Trois Roches, La Plaine aux Sables und Marla zu betrachten. Der Weg selbst ist steinig, und die Vegetation der Höhenlagen mag monoton erscheinen, aber die Anstrengung lohnt sich. Auf dem Gipfel des Grand Bénare, der ein großes weißes Kreuz trägt, erstrecken sich die Talkessel Mafate und Cilaos vor Ihren Augen. Sie werden nur durch den Kamm vom Gros Morne über Les 3 Salazes, La Tête de chien und den Col du Taïbit bis zum Grand Bénare getrennt. Im Talkessel erkennt man das Dorf Cilaos, und etwas weiter entfernt Bras Sec. Das Dörfchen Les Salazes liegt zu Ihren Füßen, ebenso La Mare de Kelval und Marla. In der Ferne und weit über dem Steilhang des Talkessels können Sie den Vulkan erkennen.
  • Höhenunterschied
    857.6 m
  • Interesse der Strecke
    Aussichtspunkt auf den Talkessel Mafate vom Gipfel des Maïdo aus Weg Sentier de Grand Bord als Naturterrasse, 1000 Meter über Mafate Aussichtspunkt von Grand Bénare auf die Talkessel Mafate und Cilaos und das Gebirgsmassiv des Piton des Neiges
  • Wußten Sie das?
    1/ Ein madagassischer Zauberer lebte am Fuße von Le Bronchard in einer Höhle, in deren Nähe eine Quelle schwefelhaltigen Wassers entsprang. Dieser Zauberer hieß „Mafate“, „Mahafaty“ auf Madagassisch, was soviel wie „der, der tötet“ bedeutet. Er wurde 1751 von François Mussard, einem Sklavenjäger, getötet, und vererbte dem Talkessel seinen Namen: „der Talkessel Mafate“. Die Quelle, in deren Nähe der Sklave Mahafaty sich versteckte, gab es wirklich, und ein Dörfchen namens „Mafate“ existierte tatsächlich am Fuße von Le Bronchard um 1870. Um 1860 gab es sogar sehr erfolgreiche Thermen, und das Dörfchen wurde zu „Mafate les Eaux“ (Bad Mafate) umbenannt. 1913 wurden die Quellen durch den Einsturz des Steilhangs Le Bronchard verschüttet.

    2/ Viele Namen beschreiben Landschaften, und so stammt Bénare aus dem Madagassischen und bedeutet „strenge Kälte“. Um eine Vorstellung vom hiesigen Klima zu bekommen, sollten Sie wissen, dass ein nahegelegener Ort La Glacière (Die Eisfabrik) heißt. Dieser Ort wurde um 1820 zunächst zur Eisproduktion genutzt. Sehr rasch erlaubte dieser kleine Handel den Ärmsten, sich ein Zubrot zu verdienen. Taschen, die man hier „Gonis“ nennt, wurden mit 25 kg Eis befüllt und dann auf die Köpfe von Trägern geladen, um zerstoßen, umgepackt und in den niederen Lagen  verkauft zu werden. Madame Desbassyns, die berühmte Eigentümerin aus dem Westen, ließ sich gleichzeitig mit der Post Eis für ihren Sohn nach Rivière des Pluies bringen, und zwar über eine Art Staffellauf.
  • Dokumentation

99.07.01.05

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    Partez tôt avant que les nuages se lèvent afin de ne pas la faire cette superbe randonnée dans le brouillard.

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