Kunsthandwerk

Mit besten Empfehlungen ...

Selbst wenn die schönsten Erinnerungen an die Insel, vor allem die grandiose Landschaft und die unerschöpfliche Freundlichkeit ihrer Einwohner im Herzen bewahrt werden, möchte man dennoch gern einige der Kunsthandwerke in den Koffer packen: bestickte Stoffe, Schildpatt-Schmuckstücke (von speziell zu diesem Zweck gezüchteten Schildkröten), Korbwaren aus geflochtenen Schraubenbaumfasern, Objekte aus Bambus, Lavastein, Parfüms aus Geranium-Essenz, und vieles mehr.

 

Vielseitiges Kunsthandwerk

Zusammen mit der Freude an den Urlaubfotos bringt die Suche nach netten Souvenirs, die man mit zurücknehmen möchte, gewiss den meisten Spaß. Obwohl die Lebensweisen sich nach und nach standardisieren, ist das Kunsthandwerk auf La Réunion noch sehr lebendig und vielfältig. Ein Spaziergang über die Märkte kann Ihnen bei Ihrer Suche helfen - aber achten Sie auf die Herkunft: viele Produkte sind aus Madagaskar oder Mauritius importiert. Dabei gibt es doch so viele interessante lokale Objekte...

 

In Cilaos können Sie vor allem drei Spezialitäten finden: Wein, Linsen und Stickerei. Dabei handelt es sich um die sogenannten Stickereien "jours", die nicht auf dem Stoff selbst aufgebracht werden, sondern indem man die Schussfäden des Stoffes wegschiebt, sodass durchbrochene Muster entstehen. Die jours von Cilaos sind wegen ihrer Zartheit und Schönheit sehr begehrt und verlangen von den Stickerinnen viel Sorgfalt und Geschicklichkeit. Saint-Philippe hat sich auf das Flechten von Schraubenbaumfasern (vacoa) spezialisiert, dieser kleinen Palme, deren Früchte als Zutat für den Cari genutzt werden: Fußmatten, "bertel" (Taschen mit langen Henkeln) und "soubiques", Körbe mit zwei Henkeln, von den Originalen aus Madagaskar inspiriert und die entweder direkt oder über die Boutique des Vereins "Cass' le coin" verkauft werden. In der Ortschaft L'Entre-Deux sind es die Blätter der choca (einer Agavensorte), die geflochten werden, während die Kunsthandwerker im Cirque de Salazie eher Bambus bevorzugen. In der auf dem Weg zum Piton de la Fournaise liegenden Plaine-des-Cafres, die so genannt wird, weil die Maroons, die aus Afrika stammenden, den Zuckerrohrplantagen entflohenen Sklaven hier Zuflucht fanden, wird der Lavastein bearbeitet, um Objekte daraus herzustellen: hier haben Sie Gelegenheit, einen Mörserstößel aus Lavastein zu erstehen, um auch zuhause einen Rougail-Mangue zubereiten zu können!   

 


Gemäß dem Artenschutzabkommen von Washington, das den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen bestimmt, wird die Tätigkeit der mit Schildpatt arbeitenden Kunsthandwerker auf La Réunion durch einen Erlass gewährt. Eine ehemalige Schildkrötenzuchtfarm, die Ferme Corail, lieferte einen Vorrat an Schildkrötenpanzern, der den Rechtsvorschriften entspricht. Das halbedle Material wird von einigen wenigen Kunsthandwerkern benutzt, deren Arbeit einen extrem hohen technischen Anspruch darstellt. Lampen, Intarsien und Lackobjekte… Schildpatt ist vielseitig verwendbar.                              

In Sainte-Anne finden Sie Seife in (fast) allen erdenklichen Duftnuancen; in Le Tampon bietet ein Kunstschmied, Samuel Hoarau, in eigener Herstellung handgefertigte Messer mit Griffen aus lokalen Holzarten. Auch geschnitzte Holzskulpturen formen dekorative Zierstreifen an den Dachkanten der traditionellen kreolischen Häuser, die lambrequins. Ihre Schönheit ist auch zweckdienlich: sie hindern den Regen daran, direkt an den mit Schindeln verkleideten Häuserwänden hinunterzulaufen. Ebenfalls in Le Tampon ist der Sitz der Genossenschaft für ätherische Öle, der "Coopérative agricole des huiles essentielles de Bourbon", die ihre Besucher in die Welt der Düfte einweiht. Nach einer Einführung im "Jardin des Senteurs" und einer Filmvorführung kann man die Destillierung beobachten, von einem Meister-Parfümeur die Prinzipen der Ausarbeitung eines Parfums erfahren und danach sein eigenes Eau de Parfum herstellen. In der Boutique gibt es eines der Wunder der Insel zu kaufen: ätherisches Öl der Geranie und des Vetiver. Das "géranium péi", also die lokale Geranie, wird auf den Höhen der Insel angebaut und hat nichts gemein mit den Schöpfungen der Gärtnereien, die in unseren Höhen die Balkons ziert!

Es ist eine Pflanze mit winzigen Blüten, deren Blätter einen betörenden und kostbaren Duft verströmen und die nach mehreren Stunden im Destillierapparat ein ätherisches Öl hervorbringen, um das Parfümeure von Grasse sich ebenso reißen wie die Haute-Couture-Häuser der Hauptstadt, um daraus ihre Parfums herzustellen. Dieser Duft ist ohne Zweifel eine der bleibenden Erinnerungen an die Insel!