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Die Musikinstrumente der Insel La Réunion

Instrumente für Séga und Maloya

Folklore auf La Réunion


So wie die buntgemischte Bevölkerung der Insel sind auch Musik und Tanz auf La Réunion aus der Begegnung verschiedener Völker aus Afrika, Indien, Madagaskar und Europa entstanden, die ihre künstlerischen Traditionen und ihre Musikinstrumente miteinander teilten.

Viele Musiker auf La Réunion benutzen Musikinstrumente, die sie aus oft einfachen Gegenständen selbst gefertigt haben: Holzkisten, Kanister, leere Konservendosen. Die Instrumente, die für den traditionellen Maloya verwendet werden, sind zum größten Teil Schlaginstrumente: kayamb (ein Schüttelidiophon), roulèr (eine Basstrommel), piker (ein Bambuszylinder, der mit zwei Holzstäben geschlagen wird) und manchmal auch eine triangle (Triangel). Diese Instrumente wirken zusammen und bilden so das rhythmische "Skelett" für die Stimme des Solisten und den Chor.

In den 1980er Jahren modernisierte sich die Musik, zu den traditionellen Instrumenten kamen elektrische und akustische Instrumente hinzu (Gitarre, Bass, Synthesizer), auch Blasinstrumente (Trompete und Saxophon)  -  ebenso wie traditionell madagassische(Vali), indische (Malbar-Tommel), afrikanische (Djembé, Takamba) Instrumente und weitere klassische Instrumente: Klavier, Harfe, Geige.
 

Die Maloya war ursprünglich die musikalische, gesungene und getanzte Ausdrucksform der Sklaven, die auf Zuckerrohrplantagen ausgeübt wurde. Heute nimmt sie immer vielfältigere und neue Forman an, in Bezug auf die Texte als auch auf die Instrumente.
Eine neue Generation von Komponisten und Interpreten gibt der Maloya neuen Schwung: sie ist auf der Weltbühne nicht mehr ganz unbekannt und wird mit anderen Rhythmen kombiniert, hauptsächlich Reggae, Rock und Jazz.
Der Maloya ist seit dem 1.Oktober 2009 Teil des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO.

Maloya und Séga haben eigentlich gemeinsame Wurzeln, nämlich den gleichen abgehackten Zwei-Takt Rhythmus, der vom kayamb und dem roulèr markiert wird, zwei traditionellen Perkussionsinstrumenten. Der Begriff "séga" wurde von der hiesigen Bürgerschaft aufgenommen und fand seinen Platz in der kolonialen Gesellschaft, die ihn auf ihre kreolisierten Salontänze und -chansons anwandte. Die volkstümliche Musik mit ihrer fröhlichen Laune fand ihren Weg in die Herzen der Einwohner von La Réunion, als séga "piqué", traditioneller séga oder séga "dentelle", der als Paar getanzt wird.